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Ratgeber Antriebstechnik

Keilriemen messen & auswählen: Profil, Länge und Spannung richtig bestimmen

Der passende Keilriemen hängt an drei Angaben: Profil, Länge und Spannung. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie das Profil erkennen, die Riemenlänge messen oder berechnen und die richtige Spannung einstellen – damit der Ersatzriemen auf Anhieb passt.

Bei antriebstechnik.shop führen wir das komplette Programm an Keilriemenklassische Keilriemen und Schmalkeilriemen (SPZ–SPC, XPZ–XPC) – samt passender Keilriemenscheiben und Taperspannbuchsen. Mit Profil und Richtlänge finden Sie den passenden Riemen in Sekunden.

In drei Schritten zum passenden Keilriemen

Ob als Ersatz für einen verschlissenen Riemen oder bei der Neuauslegung eines Antriebs – die Bestimmung folgt immer derselben Reihenfolge. Erst das Profil, dann die Länge, zuletzt die Spannung:

1

Profil bestimmen

Aufdruck ablesen oder obere Breite und Höhe des Querschnitts messen und mit der Profiltabelle abgleichen.

2

Länge ermitteln

Richtlänge (Wirklänge Lw) aus dem Aufdruck, per Messung des Altriemens oder rechnerisch aus Scheiben und Achsabstand.

3

Spannung einstellen

Riemen auflegen und auf die richtige Vorspannung bringen – nicht zu locker, nicht zu straff.

Schritt 1: Keilriemen-Profil bestimmen

Das Profil beschreibt den Querschnitt des Riemens – also seine obere Breite und Höhe. Riemen und Riemenscheibe müssen im Profil exakt zusammenpassen, sonst sitzt der Riemen nicht korrekt in der Rille.

Aufdruck ablesen (der sichere Weg)

Die meisten Keilriemen tragen ihre Bezeichnung auf dem Rücken aufgedruckt, zum Beispiel „A 1250“, „13×1250“ oder „SPB 1700“. Der Buchstabe bzw. die erste Zahl steht für das Profil, die zweite Zahl für die Länge. Ist der Aufdruck lesbar, ist die Profilbestimmung damit erledigt.

Profil messen (wenn der Aufdruck fehlt)

Ist der Aufdruck abgerieben, messen Sie die obere Breite b₀ und die Höhe h des Querschnitts mit einem Messschieber und gleichen die Werte mit der Tabelle ab. Eine quer gezahnte Unterseite weist zusätzlich auf die flankenoffene XP-Variante hin.

Profil Obere Breite b₀ Höhe h Norm
Y / 66,0 mm4 mmDIN 2215
Z / 1010,0 mm6 mmDIN 2215
A / 1313,0 mm8 mmDIN 2215
B / 1717,0 mm11 mmDIN 2215
C / 2222,0 mm14 mmDIN 2215
SPZ / XPZ9,7 mm8 mmDIN 7753
SPA / XPA12,7 mm10 mmDIN 7753
SPB / XPB16,3 mm13 mmDIN 7753
SPC / XPC22,0 mm18 mmDIN 7753

Klassisch und schmal sind nicht austauschbar. Klassische Keilriemen (DIN 2215) sind breiter und flacher, Schmalkeilriemen (DIN 7753) schlanker und höher – sie benötigen unterschiedlich geformte Scheibenrillen. Ein detaillierter Überblick aller Profile steht im Ratgeber Keilriemen-Profile & Maße; zu den gezahnten Hochleistungsprofilen siehe Flankenoffene Keilriemen.

Schritt 2: Keilriemen-Länge messen und berechnen

Bei der Länge gibt es drei Bezugsmaße, die man nicht verwechseln darf:

  • Innenlänge Li: der innere Umfang des Riemens – das älteste Bezugsmaß, oft im Aufdruck „13×1250“ enthalten.
  • Wirklänge Lw (Richtlänge): die Länge in der Wirkzone des Profils – heute das maßgebliche Bezugsmaß für Auslegung und Bestellung.
  • Außenlänge La: der äußere Umfang – nur noch selten gebräuchlich.

Wichtig ist, beim Ersatz dasselbe Bezugsmaß zu verwenden: Wirklänge mit Wirklänge vergleichen, nicht Innen- mit Wirklänge. Die Differenz zwischen Li und Lw hängt vom Profil ab und beträgt je nach Größe einige bis mehrere Dutzend Millimeter.

Länge am Altriemen messen

Legen Sie den Altriemen flach hin und messen Sie mit einem Maßband den inneren Umfang – oder legen Sie eine Schnur exakt in die Innenkontur, markieren Sie den Umfang und messen die Schnur anschließend gerade aus. Die so ermittelte Innenlänge führt über die Bezeichnung zum passenden Ersatz. Achten Sie darauf, dass der Riemen dabei nicht gedehnt wird.

Länge aus Scheiben und Achsabstand berechnen

Bei einer Neuauslegung oder wenn kein Altriemen vorliegt, lässt sich die benötigte Riemenlänge aus den beiden Scheiben-Wirkdurchmessern und dem Achsabstand berechnen. Für einen offenen Zwei-Scheiben-Trieb gilt die bewährte Näherungsformel:

Lw ≈ 2 · A + (π / 2) · (D₁ + D₂) + (D₁ − D₂)² / (4 · A) Lw = Wirklänge des Riemens · A = Achsabstand der Wellen · D₁, D₂ = Wirkdurchmesser der großen und kleinen Scheibe (alle Maße in mm)

Beispiel: Bei D₁ = 200 mm, D₂ = 112 mm und einem Achsabstand A = 500 mm ergibt sich Lw ≈ 1000 + 490 + 4 = 1494 mm. Gewählt wird dann die nächstgelegene genormte Riemenlänge; die kleine Differenz gleicht man über den verstellbaren Achsabstand oder eine Spannrolle aus.

Tipp: Bei fester Wellenlage zuerst die verfügbaren genormten Riemenlängen prüfen und den Achsabstand danach ausrichten. Ein Verstellweg von einigen Millimetern zum Auflegen und Spannen des Riemens sollte immer eingeplant sein.

Schritt 3: Keilriemen richtig spannen

Die Riemenspannung entscheidet über Wirkungsgrad, Laufruhe und Lebensdauer. Ein zu locker gespannter Riemen rutscht durch, wird heiß, quietscht und verschleißt schnell. Ein zu straff gespannter Riemen überlastet Riemen und vor allem die Wellenlager.

So stellen Sie die Spannung ein

  1. Achsabstand verkleinern und Riemen auflegen: Nie den Riemen mit einem Schraubendreher über den Scheibenrand hebeln – das beschädigt den Zugstrang. Stattdessen den Achsabstand verringern, Riemen auflegen und dann spannen.
  2. Vorspannung aufbringen: Über den verstellbaren Achsabstand oder eine Spannrolle die Vorspannung herstellen.
  3. Spannung prüfen: Als praxisnaher Richtwert gilt eine Eindrücktiefe von etwa 16 mm je 1 m Trumlänge unter definiertem Prüfdruck (Faustregel). Präzise Werte liefert ein Riemenspannungsmessgerät nach Frequenz- oder Trumkraftverfahren – maßgeblich sind die Vorgaben des Riemen- bzw. Antriebsherstellers.
  4. Nach dem Einlaufen nachspannen: Neue Riemen setzen sich in den ersten Betriebsstunden. Prüfen Sie die Spannung nach etwa 0,5 bis 4 Betriebsstunden und spannen Sie bei Bedarf nach.

Mehrriemenantriebe: Laufen mehrere Riemen parallel auf einer mehrrilligen Scheibe, tauschen Sie stets den kompletten Satz gemeinsam aus und verwenden längengleiche Riemen (idealerweise einen Satz aus einer Fertigung). Ein gemischter Antrieb aus altem und neuem Riemen führt zu ungleicher Lastverteilung und vorzeitigem Verschleiß.

Klassisch, schmal oder flankenoffen?

Für einen bestehenden Antrieb gilt grundsätzlich: Profil und Länge des Altriemens beibehalten. Bei Neuauslegungen lohnt der Blick auf die leistungsdichteren Varianten:

  • Klassische Keilriemen (Y–E, DIN 2215): robuste, kostengünstige Standardlösung für kleinere Leistungen und Ersatzbedarf. Zur Kategorie: Klassische Keilriemen.
  • Schmalkeilriemen (SPZ–SPC, DIN 7753): übertragen bei gleichem Bauraum deutlich mehr Leistung – heute der Standard für Industrieantriebe. Zur Kategorie: Schmalkeilriemen.
  • Flankenoffene XP-Profile (XPZ–XPC): maßgleich zu den SP-Profilen, aber biegewilliger, kühler und leistungsstärker – sie laufen ohne Scheibenwechsel auf vorhandenen SP-Scheiben. Details im Ratgeber Flankenoffene Keilriemen.

Denken Sie an die passende Peripherie: Riemen- und Scheibenprofil müssen identisch sein. Ergänzen Sie bei Bedarf passende Keilriemenscheiben und Taperspannbuchsen für die einfache Montage auf der Welle.

Unsicher, welcher Keilriemen passt?

Nennen Sie uns Profil und Länge (oder Scheibendurchmesser und Achsabstand) – unser Expertenteam bestimmt den passenden Riemen und die richtige Scheibe. Kostenlos und unverbindlich.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Messen und Auswählen von Keilriemen

Bestimmen Sie zuerst das Profil über den Aufdruck (z. B. A/13, SPB, XPZ) oder durch Messen von oberer Breite und Höhe des Querschnitts. Anschließend ermitteln Sie die Länge: aus dem Aufdruck (etwa „13×1250“), durch Messen des inneren Umfangs am Altriemen oder rechnerisch aus Scheibendurchmessern und Achsabstand. Wichtig ist, dass der Riemen beim Messen nicht gedehnt wird.

Die Innenlänge (Li) ist der innere Umfang des Riemens, die Außenlänge (La) der äußere. Die Wirklänge (Lw, auch Richtlänge) misst in der Wirkzone des Profils und ist heute das maßgebliche Bezugsmaß für Auslegung und Bestellung. Beim Ersatz immer dasselbe Bezugsmaß vergleichen – also Wirklänge mit Wirklänge.

Für einen offenen Zwei-Scheiben-Trieb gilt die Näherung: Lw ≈ 2 · A + (π/2) · (D₁+D₂) + (D₁−D₂)²/(4 · A). Dabei ist A der Achsabstand und D₁/D₂ sind die Wirkdurchmesser der beiden Scheiben. Anschließend wählen Sie die nächstgelegene genormte Riemenlänge und gleichen die Differenz über den Achsabstand oder eine Spannrolle aus.

Als Faustregel gilt eine Eindrücktiefe von etwa 16 mm je 1 m freier Trumlänge unter definiertem Prüfdruck. Der Riemen darf weder durchrutschen (zu locker) noch Lager und Riemen überlasten (zu straff). Präzise Werte liefert ein Riemenspannungsmessgerät; maßgeblich sind die Angaben des Riemen- bzw. Antriebsherstellers. Neue Riemen nach 0,5 bis 4 Betriebsstunden nachspannen.

Am einfachsten über den Aufdruck auf dem Riemenrücken. Fehlt er, messen Sie die obere Breite und die Höhe des Querschnitts und gleichen sie mit der Profiltabelle ab: etwa A/13 mit 13 × 8 mm oder SPB mit 16,3 × 13 mm. Eine quer gezahnte Unterseite deutet auf ein flankenoffenes XP-Profil hin.

Nein. In einem Mehrriemenantrieb sollten Sie immer den kompletten Satz gemeinsam tauschen und längengleiche Riemen verwenden. Ein neuer Riemen neben gedehnten Altriemen trägt die Last ungleichmäßig, was zu Schlupf, Vibrationen und vorzeitigem Verschleiß führt.