Keilriemen-Profile & Maße – SPZ–SPC und XPZ–XPC im Überblick
Welche Keilriemen-Profile gibt es und wie lese ich die Bezeichnung? Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede zwischen klassischen Keilriemen, Schmalkeilriemen und flankenoffenen Profilen – mit Maßtabelle und Auswahlhilfe.
Was ist ein Keilriemen – und wozu dient das Profil?
Ein Keilriemen ist ein endloses Antriebselement aus Gummi mit eingebetteten Zugsträngen, das Drehmoment kraftschlüssig von einer Antriebs- auf eine Abtriebsscheibe überträgt. Der charakteristische trapezförmige Querschnitt verkeilt sich in der V-förmigen Rille der Riemenscheibe – daher der Name. Durch diesen Keileffekt überträgt ein Keilriemen ein Vielfaches der Kraft, die seine Anpressung allein erwarten ließe.
Das Profil beschreibt die genormte Querschnittsform – im Wesentlichen die obere Breite und die Höhe des Riemens sowie den Keilwinkel (in der Regel 40°). Profil und Scheibenrille müssen zueinander passen, damit der Riemen sauber sitzt und die volle Leistung überträgt. Wer das Profil kennt, kann den Riemen eindeutig identifizieren und einen passenden Ersatz beschaffen.
Grundsätzlich unterscheidet man drei Profil-Familien: klassische Keilriemen, Schmalkeilriemen und flankenoffene (gezahnte) Keilriemen. Sie unterscheiden sich in Breite, Höhe, Leistungsdichte und Biegeverhalten – die Grundlagen dazu erklärt dieser Ratgeber.
Die drei Keilriemen-Familien im Kurzvergleich
Die Wahl der Profil-Familie bestimmt, wie kompakt und leistungsfähig der Antrieb ausgelegt werden kann. Hier die wichtigsten Merkmale auf einen Blick:
Klassische Keilriemen
Die älteste, weit verbreitete Bauform mit größerem Breiten-Höhen-Verhältnis. Bezeichnung nach DIN 2215 / ISO 4184. Robust und günstig, vor allem bei älteren Maschinen und im Ersatzbedarf verbreitet.
Schmalkeilriemen
Schmalere, höhere Profile mit höherer Leistungsdichte (DIN 7753 / ISO 4184). Sie übertragen bei gleichem Bauraum mehr Leistung als klassische Riemen und sind heute die Standardwahl bei Neukonstruktionen.
Flankenoffene Keilriemen
Schmalkeilriemen mit quer gezahntem Unterbau („cogged“). Die Zahnung verbessert die Biegsamkeit, erlaubt kleinere Scheibendurchmesser und reduziert die Wärmeentwicklung.
Merkhilfe zur Bezeichnung: Ein einzelner Buchstabe (Z, A, B, C) steht für ein klassisches Profil. Das Präfix „SP“ kennzeichnet einen Schmalkeilriemen (z. B. SPA). Das vorangestellte „X“ bei „XP“ weist auf die flankenoffene, gezahnte Ausführung hin (z. B. XPA).
Klassische Keilriemen (Z, A, B, C)
Klassische Keilriemen sind nach ihrer oberen Breite und Höhe gestuft. Die gängigsten Profile reichen vom schmalen Z (auch „10“) bis zum breiten C (auch „22“). Bei diesen Profilen ist die Breite deutlich größer als die Höhe. Die Riemen sind robust, kostengünstig und im Ersatzteilgeschäft nach wie vor stark vertreten – viele ältere Maschinen sind auf diese Profile ausgelegt.
In der Bezeichnung folgt auf den Buchstaben häufig die Richtlänge in Millimetern, etwa „A 1250“ für einen klassischen Riemen mit Profil A und 1250 mm Richtlänge. Je nach Hersteller und Norm können Innen-, Wirk- und Außenlänge angegeben werden – entscheidend für den Vergleich ist immer die gleiche Längenbezugsgröße. Unsere klassischen Keilriemen finden Sie nach Profil und Länge sortiert im Shop.
Schmalkeilriemen (SPZ, SPA, SPB, SPC)
Schmalkeilriemen wurden entwickelt, um auf gleichem Bauraum mehr Leistung zu übertragen. Sie sind schmaler und im Verhältnis höher als klassische Profile, wodurch sich der Keileffekt und damit die Tragfähigkeit erhöhen. Bei modernen Antrieben sind sie heute der Standard. Die vier gängigen Profile bauen aufeinander auf: SPZ ist das schmalste, SPC das größte.
Ein wichtiger Punkt für die Praxis: Schmalkeilriemen-Profile sind nicht mit klassischen Profilen austauschbar – sie benötigen passend gefräste Scheibenrillen. Achten Sie deshalb beim Ersatz darauf, dass Riemen- und Scheibenprofil zueinander passen. Eine breite Auswahl an Schmalkeilriemen sowie passende Keilriemenscheiben halten wir bevorratet.
Flankenoffene Keilriemen (XPZ, XPA, XPB, XPC)
Flankenoffene Keilriemen – auch gezahnte oder „cogged“ Keilriemen genannt – sind im Querschnitt baugleich zu den Schmalkeilriemen, besitzen jedoch an der Unterseite eine quer verlaufende Zahnung. Diese Zahnung erhöht die Biegsamkeit des Riemens. Daraus ergeben sich mehrere praktische Vorteile:
- Kleinere Scheibendurchmesser möglich: Durch die bessere Biegsamkeit eignen sich flankenoffene Riemen für engere Umschlingungen.
- Geringere Wärmeentwicklung: Weniger Walkarbeit beim Umlauf bedeutet niedrigere Betriebstemperatur und damit potenziell längere Lebensdauer.
- Profilgleichheit: Ein XPA-Riemen läuft auf derselben Scheibe wie ein SPA-Riemen, da nur die Unterseite gezahnt ist – das Profil oben bleibt identisch.
In der Bezeichnung erkennt man die flankenoffene Variante am vorangestellten „X“: XPZ, XPA, XPB und XPC entsprechen in der Kontur ihren SP-Pendants. Sie sind die hochwertigere, energieeffizientere Variante des jeweiligen Schmalkeilriemen-Profils.
Profil-Maße im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die ungefähren Richtwerte für obere Breite und Höhe der gebräuchlichsten Profile. Der Keilwinkel beträgt bei allen Profilen 40°. Die Schmalkeil- und flankenoffenen Profile (SP/XP) teilen sich dieselbe Kontur und damit dieselbe Scheibenrille.
| Familie | Profil | Obere Breite (mm) | Höhe (mm) | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Klassisch | Z (10) | ca. 10 | ca. 6 | DIN 2215 |
| Klassisch | A (13) | ca. 13 | ca. 8 | DIN 2215 |
| Klassisch | B (17) | ca. 17 | ca. 11 | DIN 2215 |
| Klassisch | C (22) | ca. 22 | ca. 14 | DIN 2215 |
| Schmal / offen | SPZ / XPZ | ca. 10 | ca. 8 | DIN 7753 / ISO 4184 |
| Schmal / offen | SPA / XPA | ca. 13 | ca. 10 | DIN 7753 / ISO 4184 |
| Schmal / offen | SPB / XPB | ca. 16–17 | ca. 13 | DIN 7753 / ISO 4184 |
| Schmal / offen | SPC / XPC | ca. 22 | ca. 18 | DIN 7753 / ISO 4184 |
Hinweis: Die Werte sind gerundete Richtwerte zur Orientierung. Maßgeblich sind die genauen Angaben der jeweiligen Norm und des Herstellerdatenblatts. Bei der XP-Variante entspricht die obere Breite dem SP-Pendant; die effektive Höhe kann durch die Zahnung geringfügig abweichen.
Abgrenzung: Keilrippenriemen sind kein Keilriemen-Profil
Häufig werden Keilriemen mit Keilrippenriemen (auch Rippenriemen, Profile PH, PJ, PK, PL, PM) verwechselt. Beide laufen in profilierten Scheiben, sind aber grundverschieden: Während ein Keilriemen aus einem oder mehreren einzelnen, voneinander getrennten Trapezprofilen besteht, ist ein Keilrippenriemen ein flaches Band mit mehreren längs laufenden, parallelen Keilrippen auf der Unterseite.
Keilrippenriemen werden vor allem dort eingesetzt, wo hohe Drehzahlen, kleine Scheibendurchmesser und eine sehr ruhige Kraftübertragung gefragt sind – etwa als Aggregatriemen im Fahrzeugbau. Für die klassische industrielle Kraftübertragung in Maschinen und Anlagen sind dagegen Keil- und Schmalkeilriemen die typische Wahl. Eine eigene Profilsystematik (PH bis PM) macht sie zu einer separaten Produktgruppe, die hier nur zur Abgrenzung erwähnt sei.
Auswahlhilfe: So bestimmen Sie das richtige Profil
Wenn Sie einen vorhandenen Riemen ersetzen oder einen Antrieb auslegen möchten, hilft folgendes Vorgehen:
- Aufdruck ablesen: Auf dem Rücken vieler Keilriemen steht die Bezeichnung (z. B. „SPA 1250“ oder „XPB 1700“). Diese ist die zuverlässigste Quelle.
- Profil messen: Ist kein Aufdruck vorhanden, messen Sie die obere Breite und Höhe des Querschnitts und gleichen Sie sie mit der Maßtabelle ab. Beachten Sie die 40°-Flanken.
- Familie zuordnen: Breiter als hoch deutet auf ein klassisches Profil, schmaler und höher auf SP/XP. Eine gezahnte Unterseite weist auf die flankenoffene XP-Variante hin.
- Länge ermitteln: Bestimmen Sie die Richtlänge (Wirklänge) – bei einem intakten Riemen anhand des Aufdrucks, sonst durch Umfangsmessung. Achten Sie auf die gleiche Längenbezugsgröße.
- Scheibe prüfen: Stellen Sie sicher, dass Riemen- und Scheibenprofil zusammenpassen. Klassische und SP-Profile sind nicht untereinander austauschbar.
Kontaktieren Sie unser Expertenteam – wir unterstützen Sie bei der Identifikation des passenden Profils und der richtigen Riemenlänge.
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Alle Keilriemen anzeigenFAQ – Häufig gestellte Fragen zu Keilriemen-Profilen
SPA bezeichnet ein Schmalkeilriemen-Profil nach DIN 7753 / ISO 4184 mit einer oberen Breite von etwa 13 mm. Das Präfix „SP“ steht für Schmalkeil, der Buchstabe gibt die Profilgröße an. Häufig folgt die Richtlänge in Millimetern, z. B. „SPA 1250“.
SPA und XPA haben dieselbe Querschnittskontur und laufen auf derselben Scheibenrille. Der Unterschied liegt in der Unterseite: XPA ist flankenoffen, also quer gezahnt. Diese Zahnung macht den Riemen biegsamer, reduziert die Wärmeentwicklung und erlaubt kleinere Scheibendurchmesser.
Nein, nicht ohne Weiteres. Klassische Profile (Z, A, B, C) und Schmalkeilprofile (SPZ, SPA, SPB, SPC) haben unterschiedliche Querschnitte und benötigen jeweils passend gefräste Scheibenrillen. Ein Profilwechsel erfordert in der Regel auch den Wechsel der Riemenscheiben.
Messen Sie die obere Breite und die Höhe des Querschnitts und vergleichen Sie die Werte mit der Profil-Maßtabelle. Ein Profil, das deutlich breiter als hoch ist, deutet auf einen klassischen Keilriemen; ein schmaleres, höheres Profil auf SP/XP. Eine gezahnte Unterseite weist auf die flankenoffene XP-Variante hin.
Nein. Ein Keilriemen besteht aus einem oder mehreren einzelnen Trapezprofilen, ein Keilrippenriemen ist ein flaches Band mit mehreren längs laufenden Keilrippen (Profile PH, PJ, PK, PL, PM). Beide sind unterschiedliche Produktgruppen mit eigener Profilsystematik und nicht miteinander austauschbar.
Bei Neukonstruktionen sind Schmalkeilriemen (SPZ–SPC) und ihre flankenoffenen Varianten (XPZ–XPC) die Standardwahl, da sie auf kleinerem Bauraum mehr Leistung übertragen. Klassische Profile (Z–C) bleiben vor allem im Ersatzbedarf älterer Maschinen relevant.