O-Ringe & O-Ring-Dichtungen kaufen
O-Ringe nach ISO 3601 in NBR und FKM (Viton) – metrische und zöllige Schnurstärken von 1 mm bis 10 mm. Standardmaße sofort ab Lager, Sonderabmessungen auf Anfrage.
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O-Ring 10,5 x 2,3 mm NBR 70 Shore A
Der O-Ring 10,5 x 2,3 mm aus NBR 70 Shore A ist eine Standardabdichtung für Hydraulik-, Pneumatik- und allgemeine Maschinenbauanwendungen. Die Materialwahl NBR (Acrylnitril-Butadien-Kautschuk) ist der Industriestandard für O-Ringe in Mineralöl-, Hydrauliköl- und Wasseranwendungen bei Temperaturen von −30 °C bis +100 °C. Mit einem Innendurchmesser von 10,5 mm und einer Schnurstärke von 2,3 mm ergibt sich ein Außendurchmesser von 15,1 mm. Diese Abmessung folgt ISO 3601-1 und wird typischerweise in Maschinen- und Anlagenbau, Hydraulikverschraubungen sowie Pneumatikkomponenten eingesetzt. Die Härte von 70 Shore A bietet die ideale Balance aus Dichtwirkung, Druckfestigkeit und Montagefreundlichkeit. Bei Drücken über 100 bar oder zur Vermeidung von Spaltextrusion empfehlen wir die härtere Variante in 90 Shore A. Für höhere Temperaturen, Kraftstoffe oder aggressive Chemikalien wechseln Sie zu FKM (Viton).
O-Ringe
O-Ringe sind die meistverwendete Dichtungsbauform der Industrie – einfach im Aufbau, vielseitig einsetzbar und in nahezu jeder denkbaren Abmessung verfügbar. Als ringförmige Elastomerdichtungen mit kreisrundem Querschnitt dichten O-Ringe Flansche, Deckel, Hydraulikzylinder, Ventile und Verschraubungen zuverlässig ab. Sie wirken statisch wie dynamisch, sind durch die Verpressung im Einbauraum vorgespannt und passen sich Druckänderungen selbstständig an.
Bei antriebstechnik.shop finden Sie ein breites O-Ring-Sortiment in den marktrelevanten Werkstoffen: O-Ringe NBR als Standard für Mineralöl und Hydraulik sowie O-Ringe FKM (Viton) für hohe Temperaturen und aggressive Medien. Ergänzend führen wir die FFKM ExLAST©-Werkstoffe für Anwendungen jenseits der Grenzen klassischer Elastomere. Alle Standardabmessungen nach ISO 3601 sind ab Lager lieferbar.
Was sind O-Ringe?
Ein O-Ring ist eine Ringdichtung mit kreisförmigem Querschnitt, hergestellt aus elastomeren Werkstoffen wie NBR, FKM, EPDM oder Silikon. Charakteristisch sind die beiden Hauptmaße: der Innendurchmesser (d1) und die Schnurstärke (d2). Der Außendurchmesser ergibt sich rechnerisch aus d1 + 2 × d2.
Eingebaut wird ein O-Ring stets mit einer definierten Verpressung von typischerweise 15 % bis 30 % seiner Schnurstärke. Diese elastische Vorspannung erzeugt die initiale Dichtwirkung. Bei zusätzlichem Mediendruck wirkt der O-Ring als selbstdichtende Lippendichtung: Der Druck verformt den Ring asymmetrisch und presst ihn stärker gegen die Dichtfläche – je höher der Druck, desto besser die Dichtung.
Diese Selbstverstärkung ist der Grund, warum O-Ringe trotz ihrer einfachen Geometrie Drücke von über 400 bar abdichten können – vorausgesetzt, Spaltmaß, Werkstoff und Verpressung sind korrekt ausgelegt.
Typische Bauformen und Ausführungen von O-Ringen
Neben dem klassischen O-Ring mit rundem Querschnitt haben sich für besondere Einsatzbedingungen weitere Ringdichtungs-Bauformen etabliert. Sie erweitern den Anwendungsbereich, indem sie spezifische Schwachstellen des Standard-O-Rings adressieren.
Standard-O-Ring nach ISO 3601
Der klassische O-Ring mit kreisrundem Querschnitt ist die universell einsetzbare Standardbauform. Maßgebliche Norm ist die ISO 3601-1, die metrische O-Ringe nach Innendurchmesser und Schnurstärke standardisiert. Die früher gängige DIN 3771 wurde 2009 zurückgezogen, ihre Maßreihen sind im Markt jedoch weiterhin etabliert.
Zöllige O-Ringe nach AS568
Im angloamerikanischen Raum sowie in Hydraulik- und Pneumatikanwendungen aus US-Fertigung kommen O-Ringe nach AS568-Standard zum Einsatz. Die Schnurstärken folgen hier festen Zöllmaßen (1,78 / 2,62 / 3,53 / 5,33 / 6,99 mm). Für Reparatur und Wartung importierter Maschinen sind beide Maßreihen relevant.
X-Ringe (Quad-Ringe)
X-Ringe haben einen vierlippigen, x-förmigen Querschnitt und reduzieren gegenüber klassischen O-Ringen Reibung und Drehmoment um bis zu 50 %. Sie eignen sich für dynamische Anwendungen mit Hub- oder Drehbewegung, da sie die Trennfuge zwischen den Dichtlippen für einen Schmierfilm nutzen und so das Festkleben (Stick-Slip) verhindern.
FEP-/PFA-ummantelte O-Ringe
Für aggressive Chemikalien und höchste Reinheitsanforderungen werden Standard-O-Ringe (FKM- oder Silikon-Kern) mit einer geschlossenen FEP- oder PFA-Ummantelung umhüllt. Sie kombinieren die Universal-Chemikalienbeständigkeit von PTFE-Werkstoffen mit der Elastizität des Kernmaterials.
Schnurstärken, Abmessungen und Werkstoffe
Die zwei zentralen Bestellmaße bei jedem O-Ring sind Innendurchmesser und Schnurstärke. Daraus ergibt sich die Eignung für einen konkreten Einbauraum. Die folgenden Schnurstärken sind in der industriellen Praxis am gebräuchlichsten:
| Schnurstärke (d2) | Norm | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 1,0 / 1,5 / 2,0 mm | ISO 3601 | Feinmechanik, kleine Hydraulikverschraubungen |
| 1,78 / 2,62 / 3,53 mm | AS568 | Zöllige Anwendungen, US-Komponenten |
| 2,5 / 3,0 / 4,0 mm | ISO 3601 | Standard-Anwendungen Maschinenbau, Pneumatik |
| 5,0 / 5,33 / 6,0 mm | ISO / AS568 | Hydraulik, Flanschdichtungen, Pumpen |
| 7,0 / 8,0 / 10,0 mm | ISO 3601 | Großdichtungen, Hochdruckhydraulik |
Die Innendurchmesser reichen bei Standard-O-Ringen von ca. 1 mm bis über 1.000 mm. Für jede Schnurstärke ist eine eigene Reihe an Innendurchmessern normiert.
Neben den Abmessungen entscheidet der Werkstoff über die Eignung des O-Rings. Die wichtigsten Elastomere im Überblick:
| Werkstoff | Temperatur | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| NBR | −30 bis +100 °C | Standard für Mineralöl, Hydrauliköl, Fette, Wasser |
| FKM (Viton) | −20 bis +200 °C | Hohe Temperaturen, Kraftstoffe, Chemikalien |
| EPDM | −45 bis +130 °C | Wasser, Heißwasser, Bremsflüssigkeit, Sanitär |
| VMQ (Silikon) | −60 bis +200 °C | Lebensmittel (FDA), Heißluft, Tieftemperatur |
| FFKM | −15 bis +330 °C | Extrem aggressive Medien, Pharma, Prozessindustrie |
Die Standardhärte für O-Ringe liegt bei 70 Shore A – ein bewährter Kompromiss aus Dichtwirkung und Montagefreundlichkeit. Für hohe Drücke oder zur Vermeidung von Spaltextrusion werden härtere Mischungen mit 90 Shore A eingesetzt. Weichere O-Ringe (50–60 Shore A) können auf rauen Dichtflächen oder bei geringen Anpresskräften Vorteile bieten.
Anwendungen von O-Ringen
O-Ringe sind in nahezu jeder technischen Anlage zu finden – vom Kaffeevollautomaten bis zur petrochemischen Raffinerie. Die folgenden Industriebereiche bilden die Kernanwendungen:
- Hydraulik & Fluidtechnik
Statische Abdichtung von Verschraubungen, Flanschen und Gehäusen bis 400 bar. Dynamische O-Ring-Dichtungen in Hubzylindern mit geringen Geschwindigkeiten und niederfrequenter Bewegung. - Pneumatik & Druckluft
Abdichtung von Pneumatikventilen, Zylinderdeckeln und Verschraubungen. Niedrigere Drücke, dafür oft schnelle Schaltzyklen – hier sind Werkstoffwahl und Reibung entscheidend. - Maschinenbau & Antriebstechnik
Flanschdichtungen an Getrieben, Pumpen und Kompressoren. Statische O-Ring-Dichtungen in Lagerdeckeln und Gehäuseverschraubungen schützen Wälzlager vor Schmiermittelverlust. - Lebensmittel- & Pharmaindustrie
FDA-konforme Silikon- und FFKM-O-Ringe in Prozessanlagen, Rührwerken, Füllmaschinen und CIP/SIP-Anlagen. Anforderungen an Reinigbarkeit und Migration sind besonders streng. - Fahrzeug- & Motorentechnik
FKM-O-Ringe in Kraftstoffleitungen, Einspritzanlagen und Motorblock. NBR-O-Ringe in Getriebe, Achs- und Lenkungstechnik. - Sanitär- & Wassertechnik
EPDM-O-Ringe in Trinkwasserarmaturen, Verteilern, Pumpen und Heizungssystemen. KTW- und W270-konforme Werkstoffe sind hier Pflicht.
Auswahlhilfe: So finden Sie den passenden O-Ring
Die richtige O-Ring-Auswahl basiert auf sechs Kriterien. Wer diese systematisch prüft, vermeidet Leckagen und vorzeitigen Ausfall.
- Schnurstärke und Innendurchmesser bestimmen
Aus den Einbauraum-Maßen (Nutbreite, Nuttiefe, Nutgrunddurchmesser) lassen sich Schnurstärke und passender Innendurchmesser ableiten. Faustregel: Verpressung 15 % bis 30 % der Schnurstärke. - Werkstoff nach Medium und Temperatur wählen
Standard ist NBR für Mineralöl und Wasser bis +100 °C. Bei höheren Temperaturen, Kraftstoffen oder Chemikalien zu FKM (Viton) wechseln. Für Trinkwasser EPDM, für Lebensmittel Silikon oder FFKM. - Härte festlegen
70 Shore A für Standardanwendungen bis ca. 100 bar. 90 Shore A bei Drücken über 100 bar oder zur Spaltextrusionsverhinderung. Weiche Mischungen (50–60 Shore A) für geringe Anpresskräfte. - Statische oder dynamische Anwendung
Statische O-Ringe (Flansche, Deckel) sind unkritisch in der Auslegung. Dynamische O-Ringe in Hubzylindern stellen höhere Anforderungen an Oberflächen, Reibung und Werkstoff – hier sind X-Ringe oder Nutringe oft die bessere Wahl. - Norm und Maßreihe prüfen
Metrisch (ISO 3601) oder zöllig (AS568)? Bei Reparaturen importierter Anlagen lohnt der Blick auf die Bestelldokumente des Originalteils. - Druck und Spaltmaß
Bei Drücken über 100 bar muss das radiale Spaltmaß zwischen den abzudichtenden Teilen begrenzt werden, sonst kommt es zur Spaltextrusion. Backup-Ringe aus PTFE verhindern dies bei extremen Drücken.
Unsicher, welcher O-Ring passt? Unser Expertenteam berät Sie bei Werkstoff, Abmessung und Sonderanfertigungen – kostenlos und unverbindlich. | ▶ Jetzt Beratung anfragen |
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu O-Ringen
Wie messe ich einen vorhandenen O-Ring richtig aus?
Legen Sie den O-Ring entspannt auf eine plane Unterlage und messen Sie zunächst den Innendurchmesser mit einem Messschieber. Anschließend die Schnurstärke mit Mikrometer oder einem Schnurstärkenlehrenset bestimmen. Achten Sie darauf, den Ring beim Messen nicht zu verformen – bereits leichter Zug verfälscht das Ergebnis erheblich.
Welche Norm gilt heute für O-Ringe?
Maßgeblich ist die ISO 3601-1 für metrische O-Ringe. Sie standardisiert Innendurchmesser, Schnurstärken und Toleranzen. Die alte DIN 3771 wurde 2009 zurückgezogen, ihre Maßreihen sind aber bis heute am Markt etabliert. Zöllige O-Ringe folgen dem amerikanischen AS568-Standard.
Was ist der Unterschied zwischen NBR und FKM?
NBR (Acrylnitril-Butadien-Kautschuk) ist der Standardwerkstoff für O-Ringe mit Mineralöl und Hydrauliköl bis +100 °C. FKM (Fluor-Kautschuk, Markenname Viton©) deckt einen Temperaturbereich bis +200 °C ab und ist deutlich beständiger gegenüber Kraftstoffen, Ölen und vielen Chemikalien – dafür preislich höher angesiedelt. Details zu beiden Werkstoffen finden Sie auf den Unterkategorie-Seiten O-Ringe NBR und O-Ringe FKM (Viton).
Was bedeutet 70 Shore A bei einem O-Ring?
Shore A ist eine Skala zur Bestimmung der Härte elastomerer Werkstoffe (0 = sehr weich, 100 = hart). 70 Shore A ist der Industriestandard für O-Ringe und bietet eine gute Balance aus Dichtwirkung und Montagefreundlichkeit. Bei höheren Drücken (über 100 bar) oder zur Vermeidung von Spaltextrusion werden härtere Mischungen mit 90 Shore A verwendet.
Sind X-Ringe besser als klassische O-Ringe?
In dynamischen Anwendungen mit Hub- oder Drehbewegung können X-Ringe (Quad-Ringe) deutliche Vorteile bieten: bis zu 50 % weniger Reibung und Drehmoment sowie reduzierte Stick-Slip-Neigung. Für statische Dichtstellen (Flansche, Deckel) ist der klassische O-Ring jedoch nach wie vor die wirtschaftlichste und bewährteste Lösung.
Welche O-Ringe eignen sich für Lebensmittelkontakt?
Für den direkten Lebensmittelkontakt kommen FDA-konforme Werkstoffe zum Einsatz: Silikon (VMQ) für Standardanwendungen, EPDM für Heißwasser- und Dampfreinigung sowie FFKM für aromatische Medien und CIP/SIP-Reinigung. Achten Sie auf die expliziten Zulassungen (FDA, EU 1935/2004, 3-A Sanitary).
Sind die O-Ringe sofort lieferbar?
Standardabmessungen nach ISO 3601 in NBR 70 und FKM 70 sind ab Lager verfügbar. Bestellungen bis 14:30 Uhr werden am selben Werktag versandt. Sonderabmessungen, abweichende Härten oder Sonderwerkstoffe fertigen wir auf Anfrage – sprechen Sie uns an.