Rollenkette & Kettenrad bestimmen: Teilung 06B–24B nach DIN 8187
Welche Rollenkette brauche ich – und welches Kettenrad passt dazu? Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Teilung, Rollendurchmesser und Innenbreite ablesen, Simplex von Duplex und Triplex unterscheiden und die passende Zähnezahl bestimmen.
Die Teilung – das wichtigste Maß der Rollenkette
Die Teilung (englisch pitch) ist der Abstand zwischen den Mittelpunkten zweier benachbarter Bolzen einer Rollenkette. Sie ist das zentrale Kennmaß: Kette und Kettenrad müssen exakt dieselbe Teilung besitzen, sonst greift die Verzahnung nicht sauber ineinander.
Rollenketten der gebräuchlichen B-Reihe sind nach DIN 8187 (entspricht ISO 606, europäische Reihe) genormt. Die Typbezeichnung gibt die Teilung direkt an: Die Zahl vor dem Buchstaben „B“ beschreibt die Teilung in Achtelzoll. Eine 08B hat also 8/8 Zoll = 1/2 Zoll = 12,7 mm Teilung, eine 16B entsprechend 16/8 Zoll = 2 Zoll = 25,4 mm.
So lesen Sie die Bezeichnung: Bei „08B-1“ steht „08“ für die Teilung (12,7 mm), „B“ für die europäische B-Reihe nach DIN 8187 und „-1“ für einfach (Simplex). „08B-2“ wäre dieselbe Kette als Duplex (zweireihig), „08B-3“ als Triplex (dreireihig).
Diese drei Maße bestimmen die Kette
Wenn keine lesbare Typbezeichnung mehr vorhanden ist, lässt sich eine Rollenkette über drei Maße identifizieren. Messen Sie möglichst an mehreren Gliedern und bilden Sie den Mittelwert – gestreckte oder verschlissene Ketten verfälschen das Ergebnis.
1. Teilung (p)
Abstand von Bolzenmitte zu Bolzenmitte. Am genauesten messen Sie über mehrere Glieder (z. B. den Abstand über 10 Teilungen) und teilen durch die Anzahl. Die Teilung ordnet die Kette eindeutig einer Baugröße zu.
2. Rollendurchmesser (d₁)
Außendurchmesser der Rolle, die auf den Zähnen des Kettenrades läuft. Zusammen mit der Teilung grenzt der Rollendurchmesser die Baugröße weiter ein und unterscheidet die B-Reihe (DIN 8187) von der amerikanischen A-Reihe (DIN 8188).
3. Innenbreite (b₁)
Lichte Weite zwischen den Innenlaschen – also der Platz, in dem der Kettenradzahn läuft. Dieses Maß bestimmt, wie breit das passende Kettenrad sein muss. Bei mehrreihigen Ketten kommt der Reihenabstand als weiteres Maß hinzu.
Maße der B-Reihe nach DIN 8187 (Simplex)
Die folgende Tabelle zeigt die genormten Richtmaße der gebräuchlichsten Rollenketten der B-Reihe. Sie hilft, eine vorliegende Kette über Teilung und Rollendurchmesser einzuordnen.
| Kettentyp | Teilung p (mm) | Teilung (Zoll) | Rolle d₁ (mm) | Innenbreite b₁ (mm) |
|---|---|---|---|---|
| 06B | 9,525 | 3/8″ | 6,35 | 5,72 |
| 08B | 12,70 | 1/2″ | 8,51 | 7,75 |
| 10B | 15,875 | 5/8″ | 10,16 | 9,65 |
| 12B | 19,05 | 3/4″ | 12,07 | 11,68 |
| 16B | 25,40 | 1″ | 15,88 | 17,02 |
| 20B | 31,75 | 1¼″ | 19,05 | 19,56 |
| 24B | 38,10 | 1½″ | 25,40 | 25,40 |
Richtwerte nach DIN 8187 / ISO 606 (B-Reihe). Verbindlich sind die Maße des jeweiligen Herstellerkatalogs.
Simplex, Duplex oder Triplex?
Reicht eine einfache Kette nicht aus, lassen sich mehrere Strangreihen nebeneinander koppeln. Die Reihenzahl steht als Suffix in der Bezeichnung (-1, -2, -3) und verteilt die übertragbare Leistung auf mehrere Stränge bei gleicher Teilung.
Einreihig
Eine Strangreihe. Der Standardfall für die meisten Antriebe mit moderater Leistung. Erkennbar an einer einzelnen Rollenreihe (z. B. 08B-1).
Zweireihig
Zwei nebeneinander laufende Reihen. Überträgt rund die doppelte Leistung bei nahezu gleicher Teilung – ideal, wenn der Bauraum keine größere Teilung zulässt (z. B. 08B-2).
Dreireihig
Drei Reihen für hohe Leistungsübertragung auf engem Raum. Verlangt ein entsprechend breites, mehrreihiges Kettenrad (z. B. 08B-3).
Wichtig: Eine Duplex-Kette benötigt zwingend ein Duplex-Kettenrad, eine Simplex-Kette ein Simplex-Kettenrad. Teilung und Reihenzahl müssen auf beiden Seiten übereinstimmen.
DIN 8187 (B-Reihe) vs. DIN 8188 (A-Reihe)
Neben der europäischen B-Reihe existiert die amerikanische A-Reihe. Beide sind nicht untereinander austauschbar – eine Verwechslung führt zu falschem Eingriff und vorzeitigem Verschleiß.
| Merkmal | B-Reihe (DIN 8187) | A-Reihe (DIN 8188) |
|---|---|---|
| Norm-Basis | Europäische Reihe, ISO 606 | US-Reihe (ANSI), ISO 606 |
| Bezeichnung | 06B, 08B, 10B, 12B, 16B … | 35, 40, 50, 60, 80 … (bzw. 06A, 08A…) |
| Verbreitung | Standard in Europa | Standard in Nordamerika/Asien |
| Besonderheit | Bei gleicher Teilung andere Rollen-/Breitenmaße als A | Bei gleicher Teilung andere Rollen-/Breitenmaße als B |
Verwechslungsgefahr: 08B und 08A haben zwar dieselbe Teilung (12,7 mm), unterscheiden sich aber in Rollendurchmesser und Innenbreite. Prüfen Sie daher immer alle drei Maße – nicht nur die Teilung. Im europäischen Maschinenbau ist in der Regel die B-Reihe nach DIN 8187 verbaut.
Die richtige Kettenrad-Zähnezahl wählen
Steht die Teilung fest, bestimmt die Zähnezahl (z) des Kettenrades das Übersetzungsverhältnis und den Teilkreisdurchmesser. Das Verhältnis der Zähnezahlen von treibendem und getriebenem Rad ergibt die Übersetzung – ein kleines Rad mit z = 15 auf der Antriebsseite und ein großes mit z = 45 abtriebsseitig ergibt beispielsweise eine Untersetzung von 1:3.
Als Faustregeln für die Auslegung gelten:
- Kleinstes Rad möglichst nicht unter 17 Zähnen: Sehr kleine Zähnezahlen erhöhen den Polygoneffekt (ungleichförmiger Lauf), Verschleiß und Geräusch. Wo der Bauraum es zulässt, sind 17–25 Zähne günstig.
- Ungerade Zähnezahl auf der kleinen Seite: In Kombination mit einer geraden Gliederzahl der Kette verteilt sich der Verschleiß gleichmäßiger über alle Zähne.
- Großes Rad nicht beliebig groß: Bei sehr hohen Zähnezahlen (Richtwert über ca. 120) reagiert die Kette empfindlich auf Längung durch Verschleiß.
- Teilkreisdurchmesser prüfen: Er ergibt sich aus Teilung und Zähnezahl und bestimmt zusammen mit dem Achsabstand die nötige Kettenlänge.
Achten Sie darauf, dass das Kettenrad in Teilung und Reihenzahl zur Kette passt. In unserem Shop finden Sie einbaufertige Simplex-Kettenräder und einbaufertige Duplex-Kettenräder in gängigen Zähnezahlen.
Schritt für Schritt: Kette und Kettenrad bestimmen
- Bezeichnung suchen. Prüfen Sie zuerst Laschen, Lieferschein oder Maschinendokumentation auf eine Typangabe wie „08B-1“. Ist sie vorhanden, sind Teilung, Reihe und Reihenzahl bereits eindeutig.
- Teilung messen. Fehlt die Bezeichnung, messen Sie die Teilung über mehrere Glieder und teilen durch deren Anzahl. Ordnen Sie das Ergebnis über die DIN-8187-Tabelle einer Baugröße zu.
- Rollendurchmesser & Innenbreite prüfen. Damit grenzen Sie B-Reihe (DIN 8187) gegen A-Reihe (DIN 8188) ab und sichern die Baugröße.
- Reihenzahl bestimmen. Zählen Sie die nebeneinander liegenden Rollenreihen: eine = Simplex, zwei = Duplex, drei = Triplex.
- Kettenrad abstimmen. Wählen Sie das Kettenrad in identischer Teilung und Reihenzahl, dazu die zur Übersetzung passende Zähnezahl.
- Kettenlänge ermitteln. Aus Zähnezahlen, Achsabstand und Teilung ergibt sich die benötigte Gliederzahl. Im Zweifel die Fachberatung nutzen.
Kontaktieren Sie unser Expertenteam – wir helfen Ihnen bei der Auswahl von Kette und Kettenrad für Ihre Anwendung.
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Alle Rollenketten anzeigenFAQ – Häufig gestellte Fragen zu Rollenketten
Die Teilung ist der Abstand zwischen den Mittelpunkten zweier benachbarter Bolzen. Sie ist das zentrale Kennmaß: Kette und Kettenrad müssen dieselbe Teilung haben. Bei der B-Reihe steht die Zahl in der Bezeichnung für die Teilung in Achtelzoll – 08B bedeutet 8/8 Zoll, also 12,7 mm.
Eine Simplex-Kette (-1) besitzt eine Strangreihe, eine Duplex-Kette (-2) zwei nebeneinander laufende Reihen. Duplex überträgt bei gleicher Teilung rund die doppelte Leistung. Eine Duplex-Kette benötigt zwingend ein Duplex-Kettenrad – Teilung und Reihenzahl müssen auf beiden Seiten übereinstimmen.
Messen Sie den Abstand von Bolzenmitte zu Bolzenmitte, am genauesten über mehrere Glieder (z. B. 10 Teilungen) geteilt durch die Anzahl. Prüfen Sie zusätzlich Rollendurchmesser und Innenbreite und gleichen Sie die Werte mit der DIN-8187-Tabelle ab. Stark gelängte Ketten sollten anhand einer neuen Vergleichskette identifiziert werden.
DIN 8187 normt die europäische B-Reihe (06B, 08B, 10B …), DIN 8188 die amerikanische A-Reihe (35, 40, 50 …). Bei gleicher Teilung unterscheiden sich Rollendurchmesser und Innenbreite, weshalb beide Reihen nicht austauschbar sind. Im europäischen Maschinenbau ist meist die B-Reihe verbaut.
Als Richtwert sollte das kleinste Rad möglichst nicht unter 17 Zähnen liegen. Sehr kleine Zähnezahlen verstärken den Polygoneffekt und führen zu ungleichförmigem Lauf, mehr Geräusch und höherem Verschleiß. Eine ungerade Zähnezahl in Kombination mit gerader Gliederzahl verteilt den Verschleiß gleichmäßiger.
Gebräuchlich sind 06B (9,525 mm), 08B (12,7 mm), 10B (15,875 mm), 12B (19,05 mm), 16B (25,4 mm), 20B (31,75 mm) und 24B (38,1 mm). Darüber hinaus gibt es weitere, größere Teilungen. Jede Baugröße ist als Simplex, Duplex und Triplex erhältlich.