Anlaufscheiben für Gleitlager online kaufen
Axiale Gleitscheiben in zwei Ausführungen: SAS1 wartungsfrei mit PTFE-Gleitschicht (DU-Bauart) und SAS2 wartungspflichtig mit POM-Gleitschicht, Schmiertaschen und Schmierbohrung – für Wellendurchmesser von 10 bis 62 mm. Markenneutrale Äquivalente zu Schaeffler EGW, SKF PCMW, GLYCODUR® PXG und KS Permaglide PAW.
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Anlaufscheibe SAS1-10
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-10, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 10x20x1,5
Anlaufscheibe SAS1-12
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-12, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 12x24x1,5
Anlaufscheibe SAS1-14
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-14, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 14x26x1,5
Anlaufscheibe SAS1-16
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-16, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 16x30x1,5
Anlaufscheibe SAS1-18
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-18, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 18x32x1,5
Anlaufscheibe SAS1-20
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-20, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 20x36x1,5
Anlaufscheibe SAS1-22
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-22, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 22x38x1,5
Anlaufscheibe SAS1-24
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-24, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 24x42x1,5
Anlaufscheibe SAS1-26
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-26, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 26x44x1,5
Anlaufscheibe SAS1-28
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-28, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 28x48x1,5
Anlaufscheibe SAS1-32
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-32, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 32x54x1,5
Anlaufscheibe SAS1-38
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-38, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 38x62x1,5
Anlaufscheibe SAS1-42
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-42, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 42x66x1,5
Anlaufscheibe SAS1-48
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-48, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 48x74x2
Anlaufscheibe SAS1-52
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-52, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 52x78x2
Anlaufscheibe SAS1-62
Gleitlager Anlaufscheibe SAS1-62, Ausführung SAS1 = Wartungsfreie Ausführung, Abmessungen (mm): 62x90x2
Anlaufscheibe SAS2-10
Gleitlager Anlaufscheibe SAS2-10, Ausführung SAS2 = Wartungspflichtige Ausführung, Abmessungen (mm): 10x20x1,5
Anlaufscheibe SAS2-12
Gleitlager Anlaufscheibe SAS2-12, Ausführung SAS2 = Wartungspflichtige Ausführung, Abmessungen (mm): 12x24x1,5
Anlaufscheibe SAS2-14
Gleitlager Anlaufscheibe SAS2-14, Ausführung SAS2 = Wartungspflichtige Ausführung, Abmessungen (mm): 14x26x1,5
Anlaufscheibe SAS2-16
Gleitlager Anlaufscheibe SAS2-16, Ausführung SAS2 = Wartungspflichtige Ausführung, Abmessungen (mm): 16x30x1,5
Anlaufscheibe SAS2-18
Gleitlager Anlaufscheibe SAS2-18, Ausführung SAS2 = Wartungspflichtige Ausführung, Abmessungen (mm): 18x32x1,5
Anlaufscheibe SAS2-22
Gleitlager Anlaufscheibe SAS2-22, Ausführung SAS2 = Wartungspflichtige Ausführung, Abmessungen (mm): 22x38x1,5
Anlaufscheibe SAS2-24
Gleitlager Anlaufscheibe SAS2-24, Ausführung SAS2 = Wartungspflichtige Ausführung, Abmessungen (mm): 24x42x1,5
Anlaufscheibe SAS2-26
Gleitlager Anlaufscheibe SAS2-26, Ausführung SAS2 = Wartungspflichtige Ausführung, Abmessungen (mm): 26x44x1,5
Anlaufscheiben für Gleitlager
Anlaufscheiben sind flache Ringscheiben, die als axiale Gleitfläche zwischen einer rotierenden und einer feststehenden Komponente eingesetzt werden. Sie nehmen Axialkräfte auf, die parallel zur Wellenachse wirken, und ergänzen damit eine radial gelagerte zylindrische Gleitlagerbuchse zu einer kombinierten Radial-/Axiallagerung. Synonyme Bezeichnungen sind Gleitscheibe, Anlaufring, Axial-Gleitscheibe oder Gleitlagerscheibe.
Bei Antriebstechnik.shop führen wir Anlaufscheiben in zwei Ausführungen: SAS1 als wartungsfreie Variante mit PTFE-Gleitschicht (DU-Verbund-Bauart, trockenlauffähig) und SAS2 als wartungspflichtige Variante mit POM-Gleitschicht, eingearbeiteten Schmiertaschen und einer Schmierbohrung zum Nachschmieren. Beide Reihen sind in den gängigen Wellendurchmessern von 10 mm bis 62 mm ab Lager lieferbar. Ergänzend führen wir zylindrische Gleitlagerbuchsen und DU-Bundbuchsen als komplementäre Bauteile für die radiale Wellenführung.
Was ist eine Anlaufscheibe?
Eine Anlaufscheibe ist ein ringförmiges Bauteil, das stirnseitig zwischen einer Welle (oder einem an der Welle befestigten Bauteil) und dem Gehäuse oder einem axial benachbarten Maschinenelement liegt. Sie nimmt Axialkräfte auf, verhindert direkten Metall-zu-Metall-Kontakt der angrenzenden Bauteile und sorgt für eine kontrollierte axiale Wellenführung. Synonym werden die Begriffe Gleitscheibe, Anlaufring, Gleitlagerscheibe, Axial-Anlaufring oder im Englischen thrust washer verwendet.
In Kombination mit einer zylindrischen Gleitlagerbuchse bildet die Anlaufscheibe ein klassisches Radial-Axial-Gleitlagersystem: Die Buchse führt die Welle radial, die Anlaufscheibe stützt sie axial. Diese Funktionstrennung erlaubt eine kompakte, robuste und kostengünstige Lagerung – insbesondere für Anwendungen mit niedrigen Drehzahlen, oszillierenden Bewegungen oder Stoßbelastungen. Alternativ erfüllt die Bundbuchse beide Funktionen in einem Bauteil.
Funktion: Wofür dient eine Anlaufscheibe?
Anlaufscheiben übernehmen in Gleitlager- und Getriebekonstruktionen mehrere Funktionen gleichzeitig:
- Axiale Kraftaufnahme: Die Anlaufscheibe stützt die Welle gegen Axialkräfte ab und verhindert ein axiales Wandern.
- Reibungs- und Verschleißschutz: Sie verhindert direkten Reibkontakt zwischen Wellenbund/Zahnrad und Gehäusewand – die Scheibe verschleißt anstelle der teureren Bauteile und ist günstig austauschbar.
- Axiales Spielmaß einstellen: Durch Auswahl unterschiedlicher Scheibendicken kann das axiale Lagerspiel präzise justiert werden – oft mit zusätzlichen Passscheiben.
- Wärmeableitung: Die Scheibe leitet Reibungswärme von der Reibstelle zum Gehäuse ab und stabilisiert so das thermische Verhalten der Lagerstelle.
- Lastverteilung: Die größere Anlauffläche verteilt punktuelle Axialkräfte gleichmäßig – das reduziert lokale Flächenpressung und verlängert die Lebensdauer der angrenzenden Bauteile.
Zwei Ausführungen: SAS1 (PTFE) und SAS2 (POM)
Das Steinbach-Sortiment umfasst Anlaufscheiben in zwei klar abgegrenzten Werkstoff-Varianten. Der wesentliche Unterschied liegt im Gleitwerkstoff und damit in der Schmiersituation:
| Reihe | Gleitwerkstoff | Schmierung | Bevorzugter Einsatz |
|---|---|---|---|
| SAS1 | PTFE-Gleitschicht (DU-Verbund) | Wartungsfrei, trockenlauffähig | Geschlossene Baugruppen, schwer zugängliche Lagerstellen, Aktoren |
| SAS2 | POM-Gleitschicht mit Schmiertaschen | Wartungspflichtig, nachschmierbar über Schmierbohrung | Höhere Lasten und Drehzahlen, Industriegetriebe, schwere Bolzenlagerung |
Beide Reihen folgen dem gleichen Wellendurchmesser-Raster (10 mm bis 62 mm) und sind über alle Marken hinweg geometrisch austauschbar. Der Unterschied liegt ausschließlich in Werkstoff und Schmierprinzip – die Außenmaße und Scheibendicken sind identisch.
SAS1 – Wartungsfrei mit PTFE-Gleitschicht
Die SAS1-Anlaufscheibe ist eine DU-Verbund-Anlaufscheibe: ein Stahlrücken trägt die Last, eine Bronze-Zwischenschicht leitet Wärme ab, eine PTFE-Auflage bildet die Gleitfläche. Diese Schichtbauweise ist trockenlauffähig und benötigt im Standardbetrieb keine externe Schmierung – ideal für geschlossene Baugruppen und schwer zugängliche Lagerstellen.
| Schicht | Funktion |
|---|---|
| Stahlrücken | Trägt die mechanische Last und sorgt für Form- und Maßhaltigkeit der Scheibe. |
| Bronze-Zwischenschicht | Verbindet Stahlrücken und Gleitfläche, leitet Wärme ab und erhöht die Tragfähigkeit. |
| PTFE-Auflage | Bildet die eigentliche Lauffläche. PTFE liefert sehr niedrigen Reibwert und Trockenlauf-Fähigkeit. |
SAS1-Scheiben werden synonym auch als DU-Anlaufscheiben, PTFE-Anlaufscheiben oder selbstschmierende Gleitscheiben bezeichnet. Die bleifreie PTFE-Variante (Suffix E40, E, F, P14 je nach Hersteller) ist heute gängiger Standard und RoHS-konform.
SAS2 – Wartungspflichtig mit POM-Gleitschicht und Schmierbohrung
Die SAS2-Anlaufscheibe ist eine geschmierte Verbund-Anlaufscheibe mit einer Gleitschicht aus POM (Polyoxymethylen, Polyacetal). In die POM-Lauffläche sind Schmiertaschen eingearbeitet, die das Schmiermittel halten und über die gesamte Reibfläche verteilen. Eine Schmierbohrung ermöglicht die Nachschmierung im Wartungsintervall – die Scheibe ist also nicht trockenlauffähig, dafür für höhere Lasten und Drehzahlen ausgelegt als die PTFE-Variante.
SAS2 ist die richtige Wahl, wenn:
- eine zentrale Schmiermittelversorgung (Fett oder Öl) bereits vorhanden ist und genutzt werden soll,
- höhere Flächenpressungen oder Gleitgeschwindigkeiten erforderlich sind, als sie die wartungsfreie PTFE-Variante zulässt,
- die Lagerstelle ohnehin im regulären Wartungszyklus zugänglich ist (z. B. Industriegetriebe mit periodischem Ölwechsel),
- eine längere Lebensdauer durch kontinuierliche Schmierung erreicht werden soll.
Bei der Montage muss die Schmierbohrung der SAS2-Scheibe zur Schmiermittelzufuhr im Gehäuse oder in der Welle ausgerichtet werden.
Markenumschlüsselung SAS1 (PTFE, wartungsfrei)
Die wartungsfreie PTFE-Variante wird von verschiedenen Markenherstellern unter unterschiedlichen Bezeichnungen geführt – bei identischer Geometrie und Funktion:
| Hersteller / Marke | Reihenbezeichnung (PTFE) | Werkstoff-Suffix (RoHS) |
|---|---|---|
| Steinbach | SAS1-... | PTFE wartungsfrei |
| Schaeffler / INA | EGW-... | -E40 |
| SKF | PCMW-... | -E |
| GLYCODUR® | PXG-... | -F |
| KS Permaglide | PAW-... | -P14 |
Markenumschlüsselung SAS2 (POM, geschmiert)
Die wartungspflichtige POM-Variante mit Schmiertaschen wird ebenfalls von allen großen Markenherstellern geführt. Die Bezeichnungen unterscheiden sich vom PTFE-Programm nur im Werkstoff-Suffix:
| Hersteller / Marke | Reihenbezeichnung (POM) | Werkstoff-Suffix (geschmiert) |
|---|---|---|
| Steinbach | SAS2-... | POM nachschmierbar |
| Schaeffler / INA | EGW-... | -E50 |
| SKF | PCMW-... | -M |
| GLYCODUR® | PXG-... | -A |
| KS Permaglide | PAW-... | -P20 |
Die Außenmaße (Innendurchmesser, Außendurchmesser, Scheibendicke) sind über alle Marken und beide Werkstoff-Varianten hinweg vereinheitlicht. Bei Unsicherheiten zur Cross-Reference oder zur Wahl der passenden Variante prüft unser Team die Umschlüsselung gerne für Sie.
Bezeichnungssystem SAS
Die Steinbach-Anlaufscheiben folgen einem einfachen Bezeichnungsschema, das Bauform und Wellendurchmesser in einem Code zusammenfasst:
| Bezeichnungsteil | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| SAS1 | Anlaufscheibe wartungsfrei (PTFE-Gleitschicht, DU-Verbund) | SAS1 |
| SAS2 | Anlaufscheibe wartungspflichtig (POM-Gleitschicht mit Schmiertaschen, Schmierbohrung) | SAS2 |
| DD | Wellendurchmesser bzw. Bohrungsdurchmesser in mm | 42 mm |
Eine Anlaufscheibe SAS1-42 ist demnach eine wartungsfreie PTFE-Anlaufscheibe für 42 mm Wellendurchmesser. Die Variante SAS2-42 hätte die identischen Außenmaße, aber eine POM-Gleitschicht mit Schmierbohrung.
Vorteile von SAS-Anlaufscheiben
Anlaufscheiben sind ein einfaches, aber hochwirksames Konstruktionselement – mit klaren Vorteilen gegenüber komplexeren Axiallager-Lösungen:
- Variantenwahl nach Schmiersituation: SAS1 wartungsfrei (PTFE) für geschlossene Bauteile, SAS2 wartungspflichtig (POM) für höhere Lasten mit zentraler Schmierung.
- Wirtschaftlich: Eine SAS-Anlaufscheibe ist deutlich günstiger als ein Axial-Wälzlager und reicht für die meisten Industrieanwendungen mit niedrigen Drehzahlen vollkommen aus.
- Einfache Montage: Die Scheibe wird einfach auf die Welle aufgesteckt – keine Presspassung, keine Werkzeuge erforderlich. Bei SAS2 ist nur die Ausrichtung der Schmierbohrung zu beachten.
- Robust und stoßfest: Beide Varianten verkraften kurzzeitige Überlasten und Stoßbelastungen deutlich besser als Wälzlager.
- Verschleißteil mit definierter Austauschmöglichkeit: Die Anlaufscheibe verschleißt anstelle der teureren Welle oder des Gehäuses und kann im Rahmen der Wartung kostengünstig getauscht werden.
- Kompakte Bauweise: Geringe axiale Bauhöhe von wenigen Millimetern – ideal für eng tolerierte Konstruktionen und Reparaturlösungen.
- Hohe Verfügbarkeit: Als genormte Standardteile sind Anlaufscheiben in den gängigen Wellendurchmessern sofort lieferbar – ideal für Reparatur, Wartung und Ersatzteilversorgung.
- Spielmaß-Justierung: Durch Auswahl unterschiedlicher Scheibendicken kann das axiale Lagerspiel präzise eingestellt werden – oft kombiniert mit Passscheiben.
Typische Abmessungen und Auswahlbeispiele
Beide Reihen decken Wellendurchmesser von 10 mm bis 62 mm in feinem Größenraster ab. Die folgende Auswahl zeigt häufig gefragte Größen:
| Wellen-Ø | SAS1 (PTFE, wartungsfrei) | SAS2 (POM, geschmiert) |
|---|---|---|
| 10 mm | SAS1-10 | SAS2-10 |
| 14 mm | SAS1-14 | SAS2-14 |
| 22 mm | SAS1-22 | SAS2-22 |
| 32 mm | SAS1-32 | SAS2-32 |
| 42 mm | SAS1-42 | SAS2-42 |
| 52 mm | SAS1-52 | SAS2-52 |
| 62 mm | SAS1-62 | SAS2-62 |
Außerhalb des Standardprogramms fertigen wir Anlaufscheiben auch in Sondermaßen. Typische kundenspezifische Anpassungen sind erhöhte Scheibendicken für größere Axialkräfte, abweichende Außendurchmesser oder zusätzliche Schmiernuten.
Anwendungen von Anlaufscheiben
Anlaufscheiben kommen überall dort zum Einsatz, wo Axialkräfte aufgenommen, axiales Wellenspiel kontrolliert oder direkter Reibkontakt zwischen rotierenden Bauteilen verhindert werden muss. Die Wahl zwischen SAS1 (PTFE, wartungsfrei) und SAS2 (POM, geschmiert) hängt vom Einsatzfall ab:
- Industriegetriebe
SAS2 mit kontinuierlicher Ölschmierung sichert Zahnräder, Schalt- und Vorgelegewellen gegen axiales Wandern und schützt Gehäuse-Anlaufflächen vor Verschleiß. - Bolzenlager an Land- und Baumaschinen
Je nach Schmierkonzept SAS1 (geschlossene Schwenklagerung, wartungsfrei) oder SAS2 (zentral geschmierte Lagerstelle mit höheren Lasten). - Pumpen und Hydraulik
In Zahnrad-, Flügelzellen- und Kreiselpumpen stützen Anlaufscheiben Antriebs- und Verdrängerwellen axial – oft in Kombination mit zylindrischen Gleitlagerbuchsen. - Fördertechnik und Antriebstechnik
An Rollen, Kettenspannern, Umlenkeinheiten und Riemenscheiben – bei wartungsarmen Konstruktionen die SAS1-Variante, bei zentral geschmierten Systemen SAS2. - Reparatur und Instandhaltung
Als preisgünstiges Verschleißteil sind Anlaufscheiben ideal für die Wartung und Reparatur bestehender Maschinen – sie werden im Tausch erneuert, ohne das gesamte Lager zu wechseln. - Stellantriebe und Aktoren
Wo elektromechanische Antriebe Linearbewegungen erzeugen, dienen vor allem SAS1-Anlaufscheiben als axiale Anschlagfläche – ohne Schmiermittel und mit niedrigem Anlaufmoment.
Auswahlhilfe: So finden Sie die passende Anlaufscheibe
Die Wahl der richtigen Anlaufscheibe hängt von wenigen, klar definierten Parametern ab:
- SAS1 oder SAS2 wählen
Geschlossene, schwer zugängliche Lagerstelle ohne externe Schmierung → SAS1 (PTFE, wartungsfrei). Höhere Lasten oder Drehzahlen mit vorhandener zentraler Schmierung → SAS2 (POM, nachschmierbar). - Wellendurchmesser bestimmen
Der Innendurchmesser der Anlaufscheibe muss zum Wellendurchmesser passen. Der Größencode (z. B. SAS1-42 = 42 mm) gibt den Wellendurchmesser direkt wieder. - Belastung und Drehzahl abschätzen
Prüfen Sie das pv-Produkt (Flächenpressung × Gleitgeschwindigkeit). Bei sehr hohen Werten ist SAS2 mit aktiver Schmierung die bessere Wahl. Bei moderaten Werten reicht SAS1. - Schmiersituation klären
Trockenlauf oder unzugängliche Lagerstelle → SAS1. Vorhandene Schmiermittelversorgung (Fett oder Öl) und regelmäßige Wartung → SAS2. - Axiales Spielmaß einstellen
Plant die Konstruktion ein definiertes axiales Spiel, kann durch Auswahl unterschiedlicher Scheibendicken oder Kombination mehrerer Scheiben das gewünschte Maß präzise eingestellt werden.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Anlaufscheiben
Was ist eine Anlaufscheibe?
Eine Anlaufscheibe ist eine flache Ringscheibe, die als axiale Gleitfläche zwischen einer rotierenden Welle und einem feststehenden Bauteil eingesetzt wird. Sie nimmt Axialkräfte auf, verhindert direkten Reibkontakt der angrenzenden Bauteile und sorgt für eine kontrollierte axiale Wellenführung. Synonyme Bezeichnungen sind Gleitscheibe, Anlaufring, Axial-Anlaufring oder Gleitlagerscheibe.
Wofür dient eine Anlaufscheibe?
Die Anlaufscheibe übernimmt mehrere Aufgaben gleichzeitig: Sie nimmt Axialkräfte auf, verhindert Verschleiß an Welle und Gehäuse, ermöglicht das Einstellen eines definierten axialen Spielmaßes und leitet Reibungswärme von der Reibstelle ab. Als kostengünstiges Verschleißteil verschleißt die Scheibe anstelle der teureren angrenzenden Bauteile und kann im Wartungsfall einfach ausgetauscht werden.
Worin unterscheiden sich SAS1 und SAS2?
SAS1 ist die wartungsfreie Ausführung mit PTFE-Gleitschicht (DU-Verbund-Bauart) – sie kommt im Normalbetrieb ohne externe Schmierung aus. SAS2 ist die wartungspflichtige Ausführung mit POM-Gleitschicht (Polyoxymethylen) und eingearbeiteten Schmiertaschen; sie wird über eine Schmierbohrung mit Fett oder Öl nachgeschmiert. Beide Reihen decken das gleiche Wellendurchmesser-Raster (10–62 mm) ab und sind nach DIN 1494 austauschbar.
Wie heißt die SAS1-Anlaufscheibe (PTFE) bei Schaeffler, SKF, GLYCODUR und Permaglide?
Die wartungsfreie PTFE-Variante (SAS1) trägt je nach Marken-Hersteller folgende Bezeichnungen: Schaeffler/INA = EGW-..-E40, SKF = PCMW-..-E, GLYCODUR® = PXG-..-F, KS Permaglide = PAW-..-P14. Die Suffixe E40, E, F und P14 kennzeichnen jeweils die bleifreie PTFE-Gleitwerkstoff-Variante (RoHS-konform).
Wie heißt die SAS2-Anlaufscheibe (POM, geschmiert) bei Schaeffler, SKF, GLYCODUR und Permaglide?
Die wartungspflichtige POM-Variante mit Schmiertaschen (SAS2) trägt je nach Marken-Hersteller folgende Bezeichnungen: Schaeffler/INA = EGW-..-E50, SKF = PCMW-..-M, GLYCODUR® = PXG-..-A, KS Permaglide = PAW-..-P20. POM-Anlaufscheiben werden über eine Schmierbohrung nachgeschmiert und eignen sich für höhere Lasten und Drehzahlen als die PTFE-Variante.
Wann wartungsfrei (SAS1) und wann wartungspflichtig (SAS2) wählen?
SAS1 (wartungsfrei, PTFE) ist die erste Wahl bei geschlossenen Baugruppen, schwer zugänglichen Lagerstellen und Anwendungen, in denen eine externe Schmierung konstruktiv unerwünscht ist. SAS2 (wartungspflichtig, POM mit Schmiertaschen) eignet sich für höhere Lasten oder Drehzahlen, bei denen eine zuverlässige Fett- oder Ölzufuhr über die Schmierbohrung sichergestellt ist – typisch für Industriegetriebe und schwere Bolzenlagerungen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Anlaufscheibe und einer Unterlegscheibe?
Eine Unterlegscheibe (DIN 125, DIN 9021) wird unter Schraubenköpfen oder Muttern eingesetzt und dient als Druckverteiler oder Abstandhalter. Eine Anlaufscheibe dagegen ist eine Lagerkomponente: Sie übernimmt die Aufgabe einer axialen Gleitfläche zwischen rotierenden und stehenden Bauteilen und ist mit Gleitwerkstoff (PTFE oder POM) beschichtet. Beide Bauteile sind nicht gegenseitig austauschbar.
Wie wird eine Anlaufscheibe montiert?
Anlaufscheiben werden lose auf die Welle aufgesteckt und positionieren sich selbsttätig zwischen rotierender und feststehender Anlauffläche. Eine Presspassung ist nicht erforderlich. Wichtig ist die korrekte Reihenfolge der Lagerteile (Welle – Anlaufscheibe – Anschlag) und ggf. die richtige axiale Vorspannung. Bei SAS2-Scheiben muss die Schmierbohrung zur Schmiermittelzufuhr im Gehäuse oder in der Welle ausgerichtet werden.
Welches axiale Spiel sollte eine Anlaufscheibe haben?
Üblich sind 0,1 bis 0,5 mm axiales Spiel pro Lagerstelle, abhängig von Wellenlänge, Wärmeausdehnung und Drehzahl. Durch Auswahl unterschiedlicher Scheibendicken oder Kombination mehrerer Scheiben kann das Spielmaß präzise eingestellt werden – oft kombiniert mit Passscheiben.
Sind Anlaufscheiben auch für Kurbelwellen geeignet?
Ja, Anlaufscheiben werden in Kurbelwellenlagerungen klassisch eingesetzt, um die axiale Wellenführung zu sichern und das Längsspiel der Kurbelwelle zu kontrollieren. Im Motorenbau werden hierfür speziell gefertigte Anlaufhalbringe oder Anlaufscheiben verwendet – bei Reparaturanwendungen liefern wir die passende Variante (SAS1 oder SAS2) auf Anfrage.